Sonntag, 30. Dezember 2007

Berrit Pullunder

für jede meiner Mädels lagen 2 Berrit-Pullunder unter dem Weihnachtsbaum. Die Hals- und Ärmelausschnitte habe ich mit etwas mehr Nahtzugabe zugeschnitten und umgeklappt und gecovert.

Für Luisa aus rosa Plüsch mit Elchaufnähern, von vorn
und von hinten
und noch ein Pullunder aus hellrosa Sweat mit Naschkatze-stickereiFür Sophia aus geblümten Microfun
und aus rosarot gestreiften Feinstrick mit Zottelchen und "Zicke inside"
Für Paula, die einzigste die sich damit fotografieren lassen wollte, aus dunkelrotem Nicky mit einem Drachen von einem BabyBorn-spielzeug
und noch eine geblümte aus Microfun
So können wir unsere Langarmshirts im Winter weitertragen!


Donnerstag, 27. Dezember 2007

Zoe + Zoela + Föhr

Zu Weihnachten gab es noch für jeden einen Fleecepulli. Der Fleece ist vom Stoffmarkt. Für Sophia habe ich die Kombination braun-pink ausgeesucht, für Luisa braun-orange und für Paula braun-türkis. Je mit dem Stickmuster "Küssen verboten" von Farbenmix verziert. Schnittmuster: Zoe

Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich mir 3 Pullis genäht, nach Zoela.


Für meinen Mann habe ich einen Pulli nach Föhr genäht, in XXL. Ich wollte eigentlich braun-orange nehmen, aber da der braune Stoff nicht mehr gereicht hat gab es deshalb orange-braun. Mit der Stickerei "Waschbärbauch", welches total zu unserem Papa passt. Ich habe den Schnitt um ca. 10 cm verlängert, da er sonst zu kurz gewesen wäre.
Dazu gab es dann für ihn noch ein Tshirt nach Föhr. Leider hatte ich keinen uni-braunen Stoff, sodaß ich die Passe auch aus dem gestreiften gemacht habe. Mit Stickerei "Kistenschlepper".

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Fee Accesiores

Zu den Fee-Mäntel gab es jede Menge Accesiores dazu.
Für Sophia in rosa: Fleecemütze von Ottobre

Stirnband, ebook von Farbenmix

Greta Mütze, ebook von Farbenmix - Dreiecktuch, eigenes Schnittmuster

Stirnband, ebook von Farbenmix

Haare-Winter-Army-Cap, ebook von Farbenmix

Fleecehut aus Ottobre 4/2004 Modell 19

Strickmütze, ebook von Farbenmix

Strickmütze, ebook von Farbenmix



Für Luisa in hellblau: Stirnband, ebook von Farbenmix

Dreiecktuch, eigenes Schnittmuster

Strickmütze, ebook von Farbenmix



Und für Paula in rot: Strickmütze, ebook von Farbenmix

Stirnband, ebook von Farbenmix

Stirnband, ebook von Farbenmix

Greta Mütze, ebook von Farbenmix

Haare-Winter-Army-Cap, ebook von Farbenmix

Hier nochmal mit Dreiecktuch, eigenes Schnittmuster

Armstulpen für alle. Nur die für Lusia in hellblau fehlen auf dem Bild. ebook von Farbenmix

Dienstag, 25. Dezember 2007

Mantel Fee

Meine Mädels haben jede einen Mantel Fee gekommen. Luisa aus hellblauen Velour mit blauem ToffTogs-Fleece gefüttert, dazwischen noch eine Lage Volumenvlies. Verziert mit Reflektorbändern und Stickmustern "Froschkönig", von Farbenmix. Dazu gab es eine Auswahl an Mützen; Luisa hat hier ihr Haare-Winter-Army-Cap auf. Auf dem Button ist ein küssender Frosch.
Der Mantel von Sophia ist rosa, was sollte es sonst sein??? An der Kapuze hat sie einen Zuckerschnecke-Button. Sophia hat ein Stirnband nach dem ebook-Schnitt von Farbenmix auf. Den Schal hat die Oma gestrickt.

Paula hat einen roten Mantel bekommen. Der Schal ist auch von der Oma. Ihre Mütze ist nach dem Ottobreschnitt. Der Mantel war Paulas Lieblingsgeschenk; sie ist den ganzen Abend mit dem Mantel herumgelaufen.


Montag, 24. Dezember 2007

Fröhliche Weihnachten!



Ich wünsche Euch allen Fröhliche Weihnachten!


Diese Engel habe ich von meiner Mutter bekommen; sie sind bestimmt schon 40 Jahre alt, meint sie. Vielelicht weiß ja jemand, ob es solche Engel noch gibt?!? Damit ich mein Orchester vervollständigen kann.

Heute habe wir unseren Baum geschmückt. Die Mädels haben mehr oder weniger geholfen. Die folgenden Kugel haben Sophia und Luisa auf unserem Weihnachtsmarkt angemalt. Silber mit Punkten

rotes Herz mit Sternen

großes rotes Herz

goldenes Herz mit weißen Punkten, von Luisa, 4 Jahre alt,

Diesen Fliegenpilz-"kugeln" konnte ich nicht widerstehen ...
und diesen kleinen Herzen auch nicht; ich musste sie einfach kaufen.
Mit auf dem Bild sind Stern aus dünnem Holz; diese habe ich von meiner mutter bekommen und sie hingen auch schon in meiner Kindheit am Baum. Falls jemand weiß, wo es noch solche Sterne gibt?!?


In letzter Zeit habe ich einige Geschenke genäht, welche ich Euch dann in den nächsten Tagen zeigen werde.

Eine Schnecke geht nach Bethlehem

Das Kind


Endlich war sie am Ziel. Den ganzen Tag war die Schnecke in den Gassen der Stadt Bethlehem herumgeirrt, ohne recht zu wissen, wo sie das Kind suchen sollte. Sie hatte nach einigen Stunden die Orientierung verloren, ein Haus erschien ihr wie das andere, eine Straße wie die andere. Schließlich wußte sie nicht mehr, wo sie war.

Der Abend kam, es dämmerte, in den Häusern wurden die Lichter angezündet. „Wenn der Stern heute nicht aufgeht, weiß ich, daß ich mich verirrt habe“, dachte die Schnecke. „Vielleicht hätte ich doch mit der Karawane nach Jerusalem ziehen sollen.“ Aber der Stern ging auf. Strahlend stand er über ihr, die Nacht wurde taghell, und sie sah, daß sie am Ziel war. Da war ein Stall, da waren die Eltern, da war das Kind. Um sie herum standen all die anderen: der Wolf, der Räuber, die Frau, der Lahme, der Spaßmacher, der Hirte, das Schaf - alle waren da, nur die Raupe nicht. Die saß sicher noch auf ihrem Kohlkopf.

Als die Schnecke das Kind sah, erschrak sie. Es war so winzig klein und sah so hilflos aus, daß sie sich nicht vorstellen konnte, daß dies der versprochene Erlöser sein sollte. Trotz aller Sorgen und Zweifel hatte sie nie geahnt, wie ärmlich, wie alltäglich der König der Welt aussehen würde. O ja, sie hatte gewußt, daß er kein Schloß haben würde, daß er schutzlos und klein sein würde. Aber sie hatte gedacht, er würde ganz aus Licht sein, ganz aus strahlender Helligkeit. Nun war da nichts als ein Säugling, wie es tausende auf der Erde gab.

„Es war alles umsonst“, dachte sie. „Was konnte ich mir von einem neugeborenen Kind erwarten!“ Da sah das Kind sie an. Zwischen all den Menschen hindurch sah es auf die Schnecke und lächelte sie an, und sie fühlte sich auf einmal so leicht, als wären alle Sorgen von ihr genommen. Nichts bedrückte sie mehr, Hunger und Durst waren vergessen. Das Kind streckte seine Hand aus, und leicht und froh kroch sie ihm entgegen.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Schreiber


Am Straßenrand, kurz vor den ersten Häusern von Bethlehem, saß ein Mann auf einem Stuhl und döste vor sich hin. Als die Schnecke an ihm vorbeikriechen wollte, sprang er auf. „Halt“, rief er. „Keinen Schritt weiter! Sehen sie nicht, daß wir hier eine Volkszählung haben? Ich brauche sofort von ihnen nähere Angaben über ihre Person, ihren Beruf, den Zweck ihres Besuchs, ihren Leumund, ihre Schuhgröße, ihre Kinderkrankheiten, sowie das Datum ihrer Abreise.“ - „O“, stammelte die Schnecke erschrocken, „ich bin nur eine harmlose alte Schnecke...“ - „Setzen Sie sich gefälligst auf den Besucherstuhl, wenn Sie mit mir reden“, unterbrach sie der Beamte. „Es wird eine Weile dauern, bis ich oben bin“, wandte die Schnecke schüchtern ein. „Ordnung muß sein“, schnarrte der Mann. Während die Schnecke begann, am Stuhlbein hochzukriechen, plumpste er wieder auf seinen Sitz und schloß die Augen. Als sie endlich oben angekommen war, schnarchte er bereits seit einiger Zeit. Die Schnecke räusperte sich. Der Schreiber wachte auf und zog gemächlich Papier und Feder heraus. „Also“, fing er an, „wen wollen Sie besuchen?“ Hilflos sah ihn die Schnecke an. „Ich weiß nicht, wie er heißt.“ - „Das wissen Sie nicht? Dann kann ich Sie nicht aufschreiben, und wenn Sie nicht aufgeschrieben sind, können Sie nicht in die Stadt gelassen werden!“

Verzweifelt überlegte die Schnecke. Hatte nicht einer der Propheten den Namen des Erlösers genannt? „Ich hab’s!“ rief sie plötzlich. „Er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst.“ Stolz sah sie den Schreiber an. Doch der zeigte sich nicht beeindruckt. „Das soll ein Name sein? Unmöglich! So heißt hier keiner, Sie müssen sich in der Adresse geirrt haben. Jedenfalls kommen Sie damit nicht nach Bethlehem herein. Sie nicht!“

Er lehnte sich zurück und schloß die Augen zum Zeichen, daß er mit der lästigen Besucherin fertig war. Während die Schnecke verzagt am Stuhlbein hinunterschlich, fing er bereits wieder an zu schnarchen. Zwischen seinen Füßen hindurch kroch die Schnecke nach Bethlehem hinein.

Samstag, 22. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Ochse


Ein Ochse stand in der Wiese und fraß Gras, und um ein Haar hätte er die Schnecke mitgefressen. „He“, rief sie empört, „kannst du nicht aufpassen?“ - „Entschuldigung“, brummte der Ochse. „Ich habe dich nicht gesehen. Ich wollte dir nichts tun.“ - „Immer müssen die Kleinen unter den Großen leiden“, beschwerte sich die Schnecke. „Sag das nicht“, entgegenete der Ochse bedächtig. „Ich zum Beispiel muß sehr unter den Menschen leiden. Dabei sind sie viel kleiner als ich. Von früh bis spät plagen sie mich. Daß ich hier in Ruhe ein paar Grashalme zupfen kann, kommt mir sehr selten vor.“

„Es tut mir leid“, sagte die Schnecke, „ich wollte dich nicht kränken.“ - „Schon gut“, brummte der Ochse. „Aber nun sag mir doch, was du hier überhaupt suchst. Du bist nicht aus unserer Gegend, sonst hätte ich dich schon mal irgenwo gesehen. Wenn man den ganzen Tag unterm Joch geht, schaut man immer zu Boden, mußt du wissen.“ - „Nein, ich bin nicht von hier. Ich bin auf einer weiten Reise. Ich suche den Erlöser der Welt.“ - „Nimm mich mit“, bat der Ochse. „Ich will ihn bitten, daß er meinem Herrn gehörig die Meinung sagt. Er soll ihm verbieten, mich zu prügeln und mir Arbeit für zehn aufzuhalsen, aber Futter für einen halben! Er soll...“ - „Aber er ist doch ein Kind“, unterbrach ihn die Schnecke. „Er wird ja erst geboren.“ Der Ochse war eine Weile still. Er kaute, kaute. Dachte nach. „Ein ganz kleines Kind“, sagte er dann. „Man muß aufpassen, daß ihm nichts geschieht. Wenn es wirklich der Erlöser ist, dann wird es eine Menge Leute geben, denen das nicht paßt. Wenn die Unterdrücker nicht mehr unterdrücken dürfen, die Erpresser nicht mehr erpressen, die Schläger nicht mehr schlagen... Man muß auf das Kind aufpassen!“

„So habe ich das noch gar nicht gesehen“, sagte die Schnecke überrascht. „Aber du und ich - was können wir schon tun?“ Wieder überlegte der Ochse lange. „Viel können wir sicher nicht tun“, brummte er schließlich. „Aber immerhin: wenn du es findest, sag ihm, daß in meinem Stall immer Platz ist. Ich habe ein wenig Heu und Stroh, ich kann es wärmen, wenn es friert. Und ein bißchen aufpassen kann ich auch, wenn seine Mutter schlafen will. Sag ihm das.“ - „Das will ich tun“, sagte die Schnecke.

Freitag, 21. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Esel


An einem Gartenzaun war ein Esel angebunden. Er knabberte behaglich an einer Distel, und der Schnecke schien, als sei er mit diesem zweifelhaften Leckerbissen rundum zufrieden. „Kannst du mir sagen, ob dies die Straße nach Bethlehem ist?“ fragte sie ihn. „Mich darfst du nicht fragen, ich bin dumm“, antwortete der Esel. „Wer sagt, daß du dumm bist?“ erkundigte sich die Schnecke. „Die Menschen.“ - „Glaubst du denn, daß alles stimmt, was die Menschen dir sagen?“ - „Warum sollten sie lügen?“ - „Sie könnten sich ja auch mal irren.“

Der Esel kratzte sich mit dem linken Hinerhuf am Ohr. „Man kann sich schon mal irren“, gab er zu, „aber sie sagen es ständig. Tagaus, tagein höre ich nichts anderes als ‘dummer Esel’. Ich gebe ja zu, daß es mich kränkt, aber was kann ich dagegen tun? Soll ich Chinesisch reden, damit sie mich für klug halten?“ Die Schnecke mußte lachen. „Wahrscheinlich schreien auch die chinesischen Esel nur I-A. Das würde also keinen Unterschied machen. Es muß einen anderen Grund geben.“ - „Vielleicht“, sagte der Esel langsam, „finden sie es dumm, daß ich mir alle ihre Lasten aufladen lasse, ohne zu murren. Daß ich stundenlang für sie arbeite, ohne mich zu wehren. Daß ich genügsam bin und keine Ansprüche stelle.“ - „Das heißt, daß alle Menschen Gutmütigkeit mit Dummheit verwechseln“,sagte die Schnecke nachdenklich. „Ich habe schon gehört, daß auch gute Menschen dumm genannt und verachtet werden. Es ist überall das Gleiche.“ - „Wenn du meinst, daß ich nicht dumm, sondern gutmütig bin, dann sollte ich dir sagen, daß dies tatsächlich die Straße nach Bethlehem ist“, verkündete der Esel geschmeichelt. „Aber nun sage mir, wen du dort suchst.“ - „Das ist gar nicht so einfach“, antwortete die Schnecke. „Ich suche dort das Heil der Welt. Bevor ich mich mit dir unterhalten habe, war ich mir sicher, ich würde nie einen finden, vor dem sich die ganze Menschheit verneigt. Aber jetzt meine ich, er ist ein bißchen wie du, und ich habe Angst, die Welt wird auch ihn nur dumm nennen.“

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Alte


Wenige Schritte von der Schnecke enfernt saß ein alter Mann und starrte zum Abendhimmel empor.. Langsam wurde es dunkel. Die Schnecke strengte ihre kurzsichtigen Augen an und suchte den Horizont ab. Da war er: ihr Stern. Strahlend hell stieg er auf, und wieder fühlte sie fast schmerzlich das Ziehen in ihrem Fuß, dem sie nun schon so lange folgte.

„Ich verstehe das nicht“, murmelte der alte Mann, der wie sie gebannt zu dem Stern hinaufblickte. „So lange hat uns der Stern geführt, aber nun steht er an der falschen Stelle.“ - „An der falschen Stelle?“ fragte die Schnecke verwundert. „Aus meinen Büchern“, sagte der Alte, „weiß ich, daß dieser Stern die Geburt des neuen Königs der Juden anzeigt. Nun scheint er aber über der Stadt Bethlehem zu stehen - der König jedoch kann nur in Jerusalem geboren werden.“ - „Du irrst dich“, sagte die Schnecke. „Der da geboren werden soll, ist nicht nur der König der Juden, er ist der König der ganzen Welt. Kein Schloß der Welt wäre groß und prächtig genug für ihn. Er könnte genauso gut in einer Hütte oder einem Stall geboren werden - seiner Größe würde das keinen Abbruch tun. Warum sollte es also unbedingt Jerusalem sein?“

Der Mann sah die Schnecke herablassend an. „Du verstehst nichts von solchen Dingen. Ein König wird in einem Königsschloß geboren, und das steht in Jerusalem. Punktum.“ Damit raffte er seine Schriftrollen zusammen, die im Sand verstreut lagen, und entfernte sich langsam in die Nacht. Wahrscheinlich gehörte er zu der Karawane, die den ganzen Tag über an der Schnecke vorbeigezogen war.

Die Schnecke starrte lange zu dem Stern hinauf. „Er steht über Bethlehem“, sagte sie, „daran ist kein Zweifel. Mir scheint, daß ich den neugeborenen König schneller finden werde als dieser gescheite Herr.“ Und bedächtig machte sie sich wieder auf den Weg, dem Stern entgegen, nach Bethlehem.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Die Karawane


Auch am nächsten Tag war es so heiß, daß es der Schnecke vorkam, als glühe der Sand unter ihrem Fuß. Nur mühsam kam sie voran, und schon nach kurzer Zeit wurde sie aufgehalten: eine Karawane kreuzte ihren Weg. Die Füße der Kamele wirbelten trockenen Staub auf; eines ging hinter dem anderen, da war kein Durchkommen. Die Luft war erfüllt vom Geschrei der Treiber und vom Blöken der Tiere. Der Boden dröhnte. In einer Wolke aus Sand und Hitze verging der Schnecke Hören und Sehen. Sie kroch tief in ihr Haus hinein und wartete Stunde um Stunde, bis der lange Zug vorübergegangen war. Sie hörte das Schreien und Stampfen, das Knirschen des Sattelzeugs, das Klirren von Waffen, das Mahlen des Sandes. Stunde um Stunde.

Als endlich Ruhe war und die Schnecke sich nach einer Weile vorsichtig aus dem Haus wagte, dämmerte schon der Abend. Sie war hungrig und durstig, und sie war an diesem Tag keinen Meter vorangekommen.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Stern


Nach so vielen Tagen des Suchens, begann die Schnecke mutlos zu werden. Ihr Fuß schmerzte so sehr, daß sie nicht wußte, ob sie sich das Ziehen, das sie die ganze Zeit vorangetrieben hatte, nicht nur eingebildet hatte.

Dann sah sie ihn: hell und strahlend stieg der Stern über dem Horizont auf, die Finsternis hatte einen Riß bekommen. Da war Licht, da war Trost und Hoffnung, da war das Ende ihrer Reise. Sie hatte sich nicht geirrt!

Die Nacht legte sich schwarz über das Land. Es schien der Schnecke, als würde sie von einem dunklen Tuch zugedeckt, das ihr die Luft zum Atmen nahm. „Dann ist alles aus“, dachte sie verzweifelt. Wieder war sie einen ganzen Tag lang in erbarmungsloser Hitze durch den Staub gekrochen, wieder brach ein Abend herein, sie hatte nichts zu essen, und sie wußte nicht, ob sie je ihr Ziel erreichen würde. Sie sah wohl, daß es noch lange dauern würde, bis sie das Ziel unter dem Stern erreichte. Aber er war da, und er würde ihr von nun an die Kraft geben, weiterzuziehen. „Ich komme“, sagte sie.

Montag, 17. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Stein


Mitten auf dem Weg lag ein riesengroßer Stein. Er war so groß, daß die Schnecke ihn für einen Berg hielt. Sie machte sich daran, ihn zu besteigen. Mühsam kroch sie an seiner schrundigen Kante hoch. Es war fast Mittag, als sie oben ankam. Nach einer kurzen ebenen Strecke ging es kopfüber wieder hinunter. Gegen Abend kam die Schnecke wieder auf dem Erdboden an und erst jetzt wurde ihr klar, daß sie den ganzen Tag damit vergeudet hatte, über einen Stein zu kriechen, den sie in einer Stunde hätte umgehen können.

Sie war sehr zornig. „Du dummer Stein!“, schrie sie außer sich. „Du kostest mich einen Tag meines Lebens! Einen ganzen Tag ohne Essen, ohne Trinken, und das alles für nichts und wieder nichts. Warum legst du dich mir in den Weg? Was hast du gegen mich?“ Aber der Stein blieb stumm. Die Schnecke sah zum Himmel hinauf. „Stern“, rief sie, „du Stern, der in meinem Fuß zieht, daß ich laufen muß und immer weiter laufen, warum zeigst du dich nicht? Warum führst du mich Wege, die bloß Mühe und Plage sind und nirgendwohin führen? Warum läßt du mich nicht in Ruhe?“ Aber sie bekam keine Antwort. „Gott“, sagte sie, „warum läßt du das zu?“ Aber der Himmel blieb stumm. Da ging sie in ihr Haus und weinte.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Das Schaf



Ein Schaf hatte die nächtliche Unterhaltung der Schnecke mit dem Hirten neugierig verfolgt. Am Morgen, als sie sich wieder auf den Weg machte, trat es ihr in den Weg. „Gehst du wirklich da hin?“ fragte es. Die Schnecke wußte gleich, was das Schaf meinte. „Ja“, antwortete sie freundlich. „Ich gehe wirklich da hin.“ - „Du könntest genauso gut hierbleiben“, sagte das Schaf. „Er wird dich gar nicht bemerken. Er kommt zu den Menschen, nicht zu den Tieren. Du machst dich lächerlich.“ Doch die Schnecke war anderer Meinung. „Gott hat die Tiere erschaffen. Er sorgt für sie. Als er die große Sintflut schickte, befahl er Noah, die Tiere zu retten. Warum sollte er sich nun nicht mehr um uns kümmern?“

„Tiere haben keine Seele“, sagte das Schaf. „Wer behauptet das?“ fragte die Schnecke. „Glaubst du, daß das wahr ist?“ Das Schaf wich der Frage aus. „Was willst du dort?“ fragte es zurück. „Was erhoffst du für dich?“ - „Das weiß ich selbst nicht mehr so genau“, antwortete die Schnecke nachdenklich. „Zuerst dachte ich, ich könnte ihm alles Unheil und alle Not bringen, die ich in meinem Leben gesehen habe und seither mit mir herumtrage. Du mußt wissen, daß ich nichts vergessen kann, das ist eine schwere Last! Aber manchmal denke ich wie du: daß ich viel zu klein und unbedeutend bin auf dieser großen Welt. Dann beginne ich zu zweifeln. Heute habe ich nur noch den einen Wunsch: ich möchte in seiner Nähe sein.“ - „Du meinst, daß dir das genügt?“ fragte das Schaf. „Das genügt“, sagte die Schnecke.

Samstag, 15. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Hirte

Es regnete. Zuerst war es nur ein feines, leichtes Nieseln. Die Schnecke reckte sich wohlig und ließ die Feuchtigkeit in ihre Haut einziehen. Seit Tagen hatte sie sich danach gesehnt, den Reisestaub loszuwerden. Am liebsten hätte sie vor Behagen gesungen. Aber leider können Schnecken nicht besonders gut singen. Später wurde der Regen stärker. Die Straße verwandelte sich in einen See, und es war kein Vorwärtskommen mehr. Die Schnecke suchte sich eine erhöhte Stelle am Wegrand, zog sich in ihr Haus zurück und beschloß zu schlafen, bis der Regen nachließ.

Erst am Abend wagte sie sich wieder hinaus. Die Straße war fast trocken, und die Schnecke fühlte sich so ausgeruht, daß sie beschloß, trotz der Dunkelheit noch ein Stückchen zu kriechen. Obwohl ihre innere Unruhe immer größer wurde, war von dem Stern, den sie suchte, noch nichts zu sehen. Spät in der Nacht kam sie an ein kleines Feuer. Rundum lagen Schafe und schliefen, am Feuer saß ein halbwüchsiger Junge und spielte auf einer kleinen Flöte eine traurige Melodie. „Warum spielst du mitten in der Nacht auf deiner Flöte?“ fragte die Schnecke, „und warum ist dein Lied so traurig?“ - „Weil ich Angst habe“, antwortete der Junge. „Wovor hast du Angst?“ fragte die Schnecke. „Vor der Dunkelheit“, sagte der Junge, „und vor dem Wolf.“ Die Schnecke sah zum nachtschwarzen Himmel hinauf. „Den Wolf schreckt deine Flöte nicht“, sagte sie „und vor der Dunkelheit mußt du dich nicht mehr lange fürchten. Bald wird ein Stern aufgehen, der alle anderen Sterne überstrahlt. Dann wird einer geboren, der die Finsternis besiegt.“

„Das verstehe ich nicht“, sagte der Hirte. „Ich auch nicht“, sagte die Schnecke. „Es ist eine uralte Weissagung. Sie ist schwer zu begreifen, aber wenn ich daran denke, vergeht meine Angst.“ - „Fürchtest du dich auch?“ - „Die ganze Welt macht mir Angst“, antwortete die Schnecke. „Wenn der nur bald käme, der uns hilft!“ - „Meinst du, daß er auch zu mir kommt?“ - „Gegen den Wolf mußt du dir selber helfen. Aber Angst und Dunkelheit wird er besiegen.“ - „Dann sag mir schnell, wo er ist. Ich will hinlaufen und ihm mein schönstes Lied vorspielen.“ - „Du mußt warten, bis der neue Stern aufgeht. Unter dem Stern wirst du ihn finden.“ - „Das ist gut. Ich werde nun jede Nacht Ausschau halten. Einstweilen kann ich ja schon ein bißchen üben.“ Er nahm wieder seine Flöte und es schien der Schnecke, als wäre sein Lied schon viel fröhlicher.

Freitag, 14. Dezember 2007

Pimp my Shirt

Dieses ist ein günstig erstandenes schlicht weißes Tshirt aus dem Sommerschlussverkauf. Mit aufgebügelter Velourfolie; Katze mit Herzen. Im Nacken sind noch 3 Herzen aus Hologrammfolie zum aufbügeln. Die kleinen Herzen sind mit einem Motivstanzer gestanzt und das große Herz und die Katze sind per Hand ausgeschnitten.
Das Motiv passt wunderbar zu unserem schwarzen Kater, der mir den ganzen Tag hinterherläuft.

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Die Hexe


Vom Dorf herüber tönte lautes Kindergeschrei: „Hexe! Hexe“ Eine alte Frau kam auf dem Weg, sie ging gekrümmt an einem Krückstock und trug einen Korb. Der Schnecke, die sonst nicht an Hexen glaubte, wurde ein wenig unheimlich. Vorsichtshalber zog sie sich in ihr Haus zurück. Als die alte Frau herangekommen war, bückte sie sich, hob die Schnecke auf und setzte sie an den Wegrand.

„Paß auf“, sagte sie freundlich, „sonst tritt dir jemand auf dein hübsches Haus.“ Die Schnecke schob ihren Kopf ein Stückchen heraus. „Bist du tatsächlich eine Hexe?“ fragte sie besorgt. „Natürlich nicht“, antwortete die Alte, „es gibt doch keine Hexen.“ - „Aber die Kinder haben es dir nachgerufen“, sagte die Schnecke. „Das lernen sie von den Erwachsenen. Und die sagen es, weil ich viel kann, was sie nicht verstehen: ich kenne Kräuter und Pilze, ich bereite Tees und Salben, ich heile Krankheiten, ich rede mit den Tieren. Das ist ihnen unheimlich. Wer anders ist, wird ausgestoßen.“ - „Oder ausgelacht“, sagte die Schnecke, die an den Spaßmacher dachte. Die alte Frau nickte. „Außerdem mögen sie mich nicht, weil ich häßlich bin.“ - „Du hast doch schöne Augen“, sagte die Schnecke. „Sehen sie das nicht?“ - „Niemand sieht an mir etwas Schönes“, murmelte die Alte. „Doch, einer“, antwortete die Schnecke, „der, zu dem ich unterwegs bin.“ - „Wer ist das?“ fragte die Alte eifrig. „Wie kommt man zu ihm?“ Die Schnecke beschrieb ihren Weg, soweit sie ihn wußte. „Ich gehe mit“, sagte die Alte aufgeregt. „Geh du nur einstweilen voraus. Ich ziehe mir geschwind noch eine frische Schürze an und packe etwas ein: Heilkräuter, Hexenschußsalbe und eine Flasche Beerenwein. Man kommt schließlich nicht gern mit leeren Händen.“

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Lahme


„Na, Freund“, rief eine rauhe Stimme, „wohin so eilig?“ Verwundert sah sich die Schnecke um. Hinter ihr stand ein Mann mit Krücken, und sah sie aufmerksam an. „Wir zwei passen gut zusammen“, lachte er. „Du mit deinem Kriechfuß und ich mit meinen Krücken - wir taugen doch beide nichts!“ - „Was soll das heißen“, sagte die Schnecke beleidigt. „Warum sollte ich nichts taugen?“ - „Ich bin lahm, und du kommst auch nicht schneller voran“, sagte der Mann. „Das habe ich gemeint.“ - „Ach, und du denkst, man ist nur etwas wert, wenn man schnell laufen kann? Dann müßte ja der Tausendfüßler ein unheimlich nützliches Tier sein. Aber soviel ich weiß, nennt ihr Menschen ihn einen Schädling.“

Der Mann lachte. „Genau so habe ich es nicht gemeint. Aber einen Lahmen wie mich kann tatsächlich niemand brauchen, das kannst du mir glauben.“ Die Schnecke musterte ihn prüfend. „Naja“, meinte sie schließlich, „als Schnelläufer scheinst du wirklich nicht geeignet. Aber vielleicht taugst du zum Geschichten-Erzählen, zum Stricken, als Schreiber, vielleicht kannst du schöne Bilder malen, traurige Kinder trösten, Puppen reparieren, Edelsteine schleifen, Schuhe putzen, Flöte spielen, Körbe flechten, Nägel einschlagen...“ - „Hör auf!“ rief der Mann lachend. „Es genügt schon. Was dir alles einfällt! Bisher habe ich immer nur daran gedacht, wie schlimm es ist, daß ich nicht laufen kann, den ganzen Tag denke ich an nichts anderes. Was ich kann, das habe ich mir noch gar nicht überlegt.“ - „Das tun viele“, sagte die Schnecke. „Mir geht es manchmal auch so. Seit ich unterwegs bin, frage ich mich oft, warum ausgerechnet ich so langsam sein muß. Dann wünsche ich mir, ein Adler zu sein.“ - „Wohin bist du unterwegs?“ fragte der Lahme neugierig. „Ich suche den Helfer, den Gott uns schickt. Den Erlöser, der alles Leid der Welt auf sich nehmen wird.“ - „Sag mir den Weg!“ rief der Lahme aufgeregt. „Dorthin muß ich auch. Ich werde ihn bitten, daß er meine Lahmheit von mir nimmt.“ - „Du könntest ihn auch um ein Wunder bitten“, sagte die Schnecke. „Du könntest ihn bitten, daß er dich lehrt, auch als Lahmer ein glücklicher Mensch zu sein.“

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Der Baum


Die Schnecke ruhte im Schatten eines Maulbeerbaumes aus. Sie war müde und hungrig. Sehnsüchtig sah sie hinauf in das dichte Laub. „Ach, wirf mir doch bitte ein Blatt herab“, bat sie. „Bis in deine Krone hinauf ist es für mich eine Tagesreise.“ Doch der Baum raschelte nur verächtlich mit seinem Laub. „Für eine ordinäre Schnecke bin ich mir viel zu schade“, lispelte er. „Du siehst doch, daß ich ein Maulbeerbaum bin. Eigentlich müßte ich Seidenbaum heißen, denn von meinen Blättern können sich Millionen Seidenraupen ernähren. Aus ihrem Gespinst werden dann Meter um Meter feinste Seide gewebt. Man müßte mir dankbar sein. Aber was tut man stattdessen? Man erwartet, daß ich auch noch Schnecken durchfütterte, dumme, unnütze, eklige Tiere!“

„Mit einem einzigen Blättchen“, sagte die Schnecke leise, „könntest du mein Leben retten.“ „Wer bist du denn schon, daß es der Mühe wert wäre, dein Leben zu retten?“, fragte der Baum spöttisch. „Ich bin das Beste, was es gibt“, antwortete die Schnecke: „Ein Geschöpf Gottes.“ - „Das wird etwas Feines sein“, höhnte der Maulbeerbaum, „für mich bist du nichts als ein langweiliger, schleimiger Schleicher.“ - „Der Schleim schützt meinen Fuß vor Verletzungen. Ich gehe darauf wie auf einem weichen Teppich. Das ist doch eine feine Sache“, sagte die Schnecke ruhig. „Und was das Schleichen betrifft: ich wette, daß ich schneller laufen kann als du.“ Darauf wußte der Baum keine Antwort. So hüllte er sich in Schweigen. Nach einer Weile flatterte ein kleines Blättchen vor der Schnecke zu Boden. Mit Heißhunger begann sie daran zu nagen. „Vielen Dank“, sagte sie, als sie satt war. „Deine Blätter sind wirklich besonders fein.“ Der Baum antwortete nicht. Die Schnecke wandte sich zum Gehen. „Nun trage ich auch das Rauschen deiner Blätter in meinem Haus“, sagte sie. „So nehme ich ein Stück von dir mit zum Kind unter dem Stern.“ Der Baum sah ihr lange nach und schämte sich ein bißchen.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Jeans nach Burda

Diese Jeans habe ich nach Burda genäht. Leider weiß ich nicht mehr, aus welchem Heft, aber ich denke daß es aus 2007 war. Die Hose hat "verdrehte" Beine.
Hier sieht man die vorderen Eingrifftaschen; diese Lösung gefällt mir sehr gut.
Bestickt ist die Hose mit einer Blume, mal normal und mal gespiegelt, mit Schmetterling und Biene verziert; sodaß es eine Ranke ergibt.
In die Blumenmitte habe ich je ein 5mm Hotfix-Stein aufgeklebt.
Vergessen darf man auch die Rückansicht nicht! Hier habe ich an der einen Seite, neben der Tasche eine einzelne Blume aufgestickt.

Genäth ist die Hose aus dunklem Jeans mit pinken Nähten. Einzig der Knopf und dazu passende Knopfloch muss noch gemacht werden. Dann gibt es auch noch ein Foto am Modell.