Freitag, 7. Dezember 2007

Die Schnecke geht nach Bethlehem

Das Huhn


Ein Huhn pickte an saftigen grünen Salatblättern, die man ihm hingeworfen hatte. Der Schnecke, die des Weges kam, lief das Wasser im Mund zusammen. Sie hatte schrecklichen Hunger. "Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich ein bißchen von deinem Salat esse?" fragte sie schüchtern. "Du brauchst keinen Salat zu essen", antwortete das Huhn hochmütig. "Du bist nicht nützlich." - "Nein, nützlich bin ich nicht", gab die Schnecke bescheiden zu. "Ich hingegen", plusterte sich die Henne auf, "brauche viel Grünfutter, damit meine Eier vitaminreich werden." - "Interessant". antwortete die Schnecke höflich. "Und was macht man mit den vitaminreichen Eiern?" - "Die essen die Menschen auf. Je nahrhafter das Futter, desto glücklicher die Hühner, desto besser die Hühner ... o, jetzt habe ich mich versprochen."

"Das kommt davon, wenn man gackert, ohne nachzudenken", sagte die Schnecke. "Nachdenken ist mir zu anstrengend", sagte das Huhn. "Außerdem macht mich deine Fragerei ganz konfus. Iß lieber von meinem Salat, dann hälst du wenigstens den Mund!" - "Mehr wollte ich ja gar nicht", sagte die Schnecke zufrieden.

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